Kulturetat kürzen? Nicht ohne uns!

Pressemitteilung zur Kürzung des Hamburger Kulturhaushaltes

Durch nun wirklich ganz und gar unvorhersehbare Ereignisse, wie die Finanzkrise, kommt die Freie und Hansestadt finanziell in die Bredouille. Nun soll nicht nur gespart, sondern gekürzt werden. Logisch, dass hier die Kultur mitziehen muss, auch wenn der ein oder andere subventionierte Traum platzen wird.

Wir als die in Hamburg Off organisierten Theater, sind Nutznießer einer ebenso verfrühten wie überschwänglichen Erhöhung der Privattheaterförderung seit dieser Spielzeit. Sie spült uns Off-Bühnen in Summe satte 200.000 € Steuergelder in die Kassen. Das sind immerhin 2 Prozent der 10 Millionen, die die Kulturbehörde nun kürzen soll.

Also lasst uns mit gutem Beispiel vorangehen! Wir übernehmen unsere staatsbürgerliche Pflicht und stellen unsere Fördergelder wieder zur Disposition. Dieser hoffentlich auch bei unserem Publikum als heroisch betrachtete Akt wird allerdings für fünf der Off-Theater der letzte sein. Denn die Förderung war nicht “nice to have” sondern Überlebensmittel. Damit heißt es nun: In Würde abgehen!

Manch einen wird das verwundern. Zeigt es doch, wie fragil der Hamburger Kulturetat sich tatsächlich jetzt schon gestaltet: Zwei Prozent der geforderten Kürzungssumme kosten fünf Bühnen das Überleben.

Aber das zählte dann ja immerhin zu den vorhersehbaren Ereignissen.

1 Kommentar zu „Kulturetat kürzen? Nicht ohne uns!“

  1. Theaterbesucher sagt:

    Ich verstehe den Artikel nicht ganz. Welche 5 Bühnen werden nun schliessen müssen?

    Weitere Kritikpunkte wären:

    Im Zusammenhang mit der Förderung von Kunst und Kultur durch die öffentliche Hand würde ich nicht von Subventionen sprechen. Der Kohleabbau wird subventioniert, um Arbeitsplätze und einen Industriezweig zu erhalten. Es wird damit ins Marktgeschehen eingegriffen. Kultur wir gefördert, weil sie in zentrales Element unserer Gesellschaft ist. Weil Sie sich nicht 1 zu 1 mit einen privaten Unternehmen vergleichen läßt. Das erste Ziel von Kultur(institutionen) ist nicht die Gewinnmaximierung, sonders sie orientiert sich an den Regel der jeweiligen Kunst. Vielleicht irgendwann auch im Grundgesetz als Staatsziel verankert wird.

    Der zweite Kritikpunkt wäre, dass ich nicht der Meinung bin, dass sich der Kulturbereich in der Finanzkrise solidarisch zeigen muss und in selben Umfang Kürzungen fordern/akzeptieren sollte. Es muss intelligent gespart/gekürzt werden. Der Kulturetat st im Verhältnis zum Gesamtetat der Stadt Hamburg so gering, dass Kürzungen ein Tropfen auf dem heissen Stein sind, aber mit verherrender Wirkung. Wenn 200.000 Euro Einsparungen zu einer mehrmonatigen Schließung der Galerie der Gegenwart führen, steht die finanzielle Ersparnis in keinem Verhältnis zum Schaden für die kulturelle Arbeit/Institution.

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